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Wenn Jesus plötzlich Bairisch spricht

Er ist kein Theologe, war auf keiner Uni, und doch hat er etwas von einem bayerischen Luther: der Hell Sepp. Auf 1500 Seiten hat er die Bibel in eine ganz eigene Form des Bairischen übersetzt. Doch lesen und hören Sie selbst.

 

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Gnadenlos bescheiden ist der Hell Sepp, der meistens einen Trachtenjanker trägt. So bescheiden, dass nirgends in der fünfzehnhundert Seiten starken Sturmi-Bibel sein Name auftaucht. Dabei hat er an der bairischen Fassung der Heiligen Schrift mehrere Jahre hart gearbeitet. Für seine Recherchen in historischen Bibel-Ausgaben lernte der ausgebildete Schlosser sogar Afrikaans, Gälisch und Rätoromanisch.

 

Am “erschten Dag von der Woch…”

“In die erschten Dåg von der Woch giangand d Weiberleit mit die Waasalben, wo´s zubroadt hiatend, in aller Frua hi zum Gråb. Då såhends, dass der Stoa vom Gråb weggwälzt war. Sie giangand eini, aber den Leichnam vom Herrn Jesen fandens ned.” Bibl auf BairischUngewohnt klingt die Auferstehung Jesu in der “bairischen Buchsprache” der Sturmi-Bibel, deren Namenspatron Sturmius, der in Oberbayern geborene erste Abt des Klosters Fulda ist. Die Schriftsprache des Hell Sepp umfasst Wörter und Wendungen aus dem gesamten süddeutsch-österreichischen Sprachraum. Außerdem verwendet er grammatikalische Formen, die längst nicht mehr gebräuchlich sind. Zum Beispiel das bairische Imperfekt, wie es vor rund 500 Jahren gebraucht wurde: “Er segnete und küsste sie” heißt in der Sturmi-Bibel: “Er g´segnet s und gabusselts”.

 

Audio-Link: >> Bibl auf Bairisch <<

 

 

 

Ein bayerischer Martin Luther?

Die Sturmi-Bibel will nicht provozieren und ironisieren. Der Hell Sepp will auch keine jüngere Generation Bibelleser ansprechen oder eine politisch korrekte Version wie die “Bibel in gerechter Sprache” liefern. Ihm ging es eher um eine Bibelversion, mit der sich der gesamte bayerische Sprachraum identifizieren kann - alle Mundartsprecher zwischen Südtirol und Fichtelgebirge, zwischen Wien und dem Schwabenland. Mit anderen Worten: Der Hell Sepp hat versucht, für das Bairische das zu tun, was Martin Luther einst für das Hochdeutsche geleistet hat.

1000 Stück auf eigene Kosten
Der Hell Sepp arbeitete an der Sturmi-Bibel übrigens ausschließlich in seiner Freizeit. Allein die umfangreichen Sprachrecherchen und das Entwickeln der bairischen Buchsprache nahmen mehrere Jahre in Anspruch. An Verlage hat der Autor das fünfzehnhundert Seiten starke Manuskript nie geschickt, sondern es in einer Auflage von 1000 Stück auf eigene Kosten drucken lassen. Anschließend hat er die Bibeln verschenkt. Auch an den Vatikan ging ein Exemplar. Als Dankeschön bekam Hell einen Bildband zurück.

Quelle: BR-Online

 

One response so far

One Response to “Wenn Jesus plötzlich Bairisch spricht”

  1. jesseon Nov 12th 2014 at 11:06

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