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High-Tech-Aufrüstung beim Maibaumklau

Wer heutzutage den Maibaum der Nachbargemeinde stehlen will, kann sich nicht mehr allein auf Muskelkraft und wache Sinne verlassen. Ohne Kenntnisse in Computertechnik geht nichts beim Maibaumklau. So landeten die Burschen vom Garchinger Heimatverein jetzt einen ganz besonderen Coup: Den Maibaum der Dietersheimer Kollegen stahlen sie per Ortung durch Satellitenbilder aus dem Internet.

Quelle: BR-Online

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Jetzt - Ende April - ist Hochsaison für die bayerischen Maibaumdiebe. Denn nun geht wieder die heiße Phase los, in der junge Burschen versuchen, die frisch bearbeiteten und noch nicht aufgestellten Maibäume aus der jeweils anderen Gemeinde zu stibitzen. Eine alte Tradition im Freistaat, die im Erfolgsfall auch eine mords Gaudi verspricht. Denn nach dem ungeschriebenen Gesetz der Tradition muss eine Gemeinde, deren Baum gestohlen wurde, ihn von den Dieben gegen eine entsprechend großzügige Menge Bier auslösen.
Und wie man einen Maibaum klaut, weiß Florian Schleiffer ganz genau. Er ist einer der besten Maibaumdiebe der Welt. Mehr als 55 Maibäume hat seine Burschenschaft Unterbrunn bereits stibitzt. Doch diesmal ist ihm ein besonderer Coup gelungen: Mithilfe von Satellitenbildern im Internet von Google-Earth konnte er das Geheimversteck der Nachbargemeinde Dietersheim austüfteln. Die hatten ihren Maibaum auf einem hermetisch abgeschirmten Privatgelände im Norden Münchens untergebracht. Ein todsicheres Versteck, so der Irrglaube der Dietersheimer. Deshalb sparten sie auch an Wachmannschaften, die den Baum beschützen sollten. Doch diesen Leichtsinn müssen sie nun bitter bereuen.

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Der ganze Beitrag: quer Aktuell

 

 

Die Gebote des Maibaumklau:

1. Der Wald ist tabu!
Auch wenn meist bekannt ist, welcher Baum im Wald als “Traditionsstangerl” gewählt wurde, darf er niemals von den Maibaum-Dieben gefällt werden. Das ist Holzdiebstahl und der wird auch geahndet. Erst wenn sich der Maibaum in der Ortschaft befindet, dürfen List und Tücke walten.

2. Den Stamm darf man mopsen!
Der entastete Stamm gilt als ehrenhafte Beute. Der Maibaumschmuck - und damit Zunftzeichen, Bänder und Kränze - sind tabu.

3. Sägen verboten!
Böswillige Scherze, wie etwa das Zersägen des Baumstamms, sind grundsätzlich frevelhaft. Die Raffinesse der Diebe sollte siegen, nicht die mutwillige Beschädigung.

4. Freund und Feind unterscheiden!
Im eigenen Ort den Maibaum entwenden? Das kommt erst gar nicht in Frage! Die Beute ist grundsätzlich außerhalb der Gemeindegrenzen zu suchen.

5. Nur Memmen gehen zur Polizei!
Wer Ordnungshüter oder Staatsanwälte bemüht, der schneidet sich wohl ins eigene Fleisch - gilt das offizielle Jammern doch als unehrenhaft. Indes drücken die Beamten beim Traditionsdiebstahl sowieso ein Auge zu.

6. Auf frischer Tat ertappt?
Es bedarf schon so mancher Tricks und Kniffe, um mit dem Maibaum, der nicht selten mehr als 30 Meter misst, nicht erwischt zu werden. Grundsätzlich aber gilt: Wer mit der Beute innerhalb der Gemeindegrenze ertappt wird, der hat Pech gehabt. Die vermeintliche Trophäe muss wieder abgegeben werden.

7. Was steht, das steht!
Ein aufgestellter Maibaum darf auf keinen Fall mehr entwendet werden.

8. Bier und Brotzeit als Auslöse!
Ein paar Fässer Bier und eine Brotzeit gelten gemeinhin als Lösegeld. Erst wenn dies bezahlt ist, wird der Maibaum wieder zurück gegeben. Sollten sich die Bestohlenen aber weigern, den Obolus zu entrichten, dann wird die Beute als Schandmaie neben dem eigenen Maibaum errichtet. Welch’ Schmach!

 

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